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Montag, 13.12.2004
Kanellos ... stärker als Moya?
 
tennisweb.at zieht in einer Serie mit den besten heimischen Tennisspielerinnen und Tennisspielern die Bilanz der Saison 2004. Die Top 600 waren das Ziel für Markus Kanellos im Jahr 2004, die Weltrangliste führt ihn derzeit nur auf Position 806. Warum er seine Ziele nicht erreicht hat und was er sich noch zutraut, erzählte der Sparringpartner von Stefan Koubek tennisweb.at.

Das Jahr 2003 war für dich sportlich gesehen ein Lernjahr, mit dem Trainerwechsel zu Martin Spöttl, mit sportlichen Misserfolgen und der Rückkehr zu Günter Bresnik ...
Ja, das kann man so sagen.

Wie bilanzierst du über das Jahr danach, über 2004?
International hab ich wenig Turniere gespielt, und die nicht gut. Ich mache derzeit eine AWD-Managementausbildung und bin daher zu fast keinen internationalen Turnieren gefahren. Dazu war ich heuer einfach zu oft krank, nach vier Wochen Anstrengung war ich zwei Wochen krank.

Warum ging es dir gesundheitlich nicht gut?
Mein Immunsystem ist sehr geschwächt. Ich hab in der Vergangenheit zu oft Antibiotika genommen. Beim Vater von Günter Bresnik, der ja Arzt ist, bin ich jetzt in Behandlung.

Wie viel Training ist derzeit möglich?
Drei bis vier Mal in der Woche trainiere ich drei bis vier Stunden.

Seit September 2003 trainierst du wieder mit Bresnik. Ist das Training anders als vor der Trennung?
Am Trainingsrhythmus hat sich nichts geändert. Ich trainiere mit ihm, wenn er da ist, und es ist genauso anstrengend wie vor meiner Zeit bei Martin Spöttl. Aber so war das Training bei Günter immer, und so soll es auch sein.

Du trainierst ja auch mit Stefan Koubek. Wie sehr profitierst du vom Training mit ihm?
Es ist immer gut, mit einem Topmann zu spielen. Aber ich trainiere in der Südstadt ja nicht nur mit Stefan, sondern auch mit Nenad Zimonjic. Wie gesagt, die Trainingsumstände in der Südstadt sind perfekt. Günter ist meiner Meinung nach der beste Trainer in Österreich, und einer der besten weltweit, und ich habe schon mit einigen Trainern gearbeitet.

Wie oft trainierst du etwa mit Stefan?
Manchmal eine Woche durch, dann wieder zwei Wochen lang nicht, er ist ja oft auf Turnieren unterwegs.

Was hat sich 2004 an deinem Tennis verbessert?
Das ist schwierig zu sagen. Das Problem ist, dass das Niveau auf der Tour immer besser wird. Man kann gegen alle gewinnen, aber auch gegen alle verlieren. Nehmen wir die besten 30 oder 50 der Welt heraus, dahinter kann jeder jeden schlagen. Einmal gewinnt man gegen die Nummer 300, und ein anderes Mal verliert man gegen die Nummer 1000. Aber je öfter du gegen gute Spieler spielst, desto einfacher wird es, desto konstanter wirst du auch.

Es fehlt dir an der Konstanz, dass du auch gegen die Nummer 1000 gewinnst?
Ja, genau.

Dein Highlight war wohl der Sieg über den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga in Algerien im April.
Ja, das ist auch ein gutes Beispiel, dass jeder jeden schlagen kann. In Algerien habe ich gegen ihn gewonnen, und ein paar Monate später besiegt er Carlos Moya.

Die meisten Punkte hast du durch das Semifinale beim Future von Algerien im Mai geholt - aber danach hat nicht mehr viel geklappt. Gibt's dafür einen Grund?
Einen ziemlich einfachen: Ich habe in der zweiten Jahreshälfte fast keine Turniere gespielt, und bei den wenigen nicht gut.

Du hast ja oft knapp verloren, von deinen 14 Niederlagen waren sieben Dreisatzmatches. Was war deine bitterste Niederlage 2004?
Es ist wirklich oft sehr knapp hergegangen. Aber die Niederlage gegen Mariano Puerta beim ATP-Turnier in Umag hat wirklich weh getan. Ich hatte gegen ihn schon Matchball und verlor die Partie noch - im Qualifinale für den Hauptbewerb.

Wenn ein Spieler oft knapp verliert, denkt man wahrscheinlich daran, im mentalen Bereich was zu tun. Hast du bereits mit Mentaltrainern gearbeitet?
Ja, aber das hat nicht gut funktioniert. Vielleicht bin ich dafür ein zu großer Dickkopf. Wenn man gewinnt, braucht man sowieso keinen, und wenn man verliert, sollte man einfach brav weiter trainieren, dann gewinnt man auch wieder. Der Stefan Koubek hat auch keine mentale Schwäche. Als es nicht gut gelaufen ist, hat er einfach weiter trainiert, dann machte es Knacks, und es lief wieder gut.

Im Jahr 2004 hast du drei ÖTV-Turniere gewonnen. Wenn man international Turniere spielt, wie wichtig sind einem dann die nationalen?
Natürlich sind internationale Turniere wertvoller, wenn man in der Weltrangliste weiter nach vorne kommen möchte. Die nationalen Turnier spielt man nur, um ein bisschen Taschengeld dazu zu verdienen. International macht es auch nur Sinn, wenn man Challenger spielt. Bei den Futures bekommt man keine Punkte. 15.000er und 15.000+H würden noch gehen, aber 10.000 Dollar-Futures sind sinnlos.

Verdient man bei nationalen Turnieren soviel, dass man sich internationale Reisen leisten kann?
Das Problem in Österreich ist, dass es zu wenig B-Turniere gibt. Man spielt dann D-Turniere, die sind dann vielleicht in Salzburg, und man muss erst recht wieder für die Fahrtkosten aufkommen. Würde es mehr B-Turniere geben, wäre es super, da gibt es schon mal 1.000 Euro an Siegesprämie, mit denen man wieder eine internationale Reise machen kann.

Interview:




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